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Unsere Wertschöpfungskette in Tansania und Kenia

Baumwolle aus Tansania

Einleitung

Im Jahr 2026 ist Tansania der größte Produzent von Baumwolle aus biologischem Anbau auf dem afrikanischen Kontinent. Die größten Anbaugebiete liegen in Singida und Simiyu.

Der Anbau von Baumwolle ist einer der wichtigsten Agrarzweige Tansanias. Ca. 15 % der landesweit angebauten Baumwolle wird auf biologische Art und Weise in Kleinbauernkooperativen kultiviert. In diesem Video aus dem Jahr 2015 geben euch Ashura und Zacharia von einer Kleinbauernkooperative, die mit dem Unternehmen BioSustain zusammenarbeitet, einen Einblick in ihre Arbeit. Hier erfahrt ihr unter anderem, wie sie im kleinbäuerlichen Regenfeldbau Baumwolle in Singida anbauen, Schädlinge von den Feldern auf natürliche Art und Weise fernhalten und was ein angemessener Baumwollpreis für sie bedeutet:

Baumwolle aus Tansania

Kleinbauern profitieren von stabilen Baumwollpreisen und traditionellen Anbaumethoden

In der Region Singida sind ca. 95 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Ca. 45.140 FarmerInnen bauen auf ca. 41.450 Hektar Farmland in Singida Baumwolle an. FarmerInnen bewirtschaften i. d. R. kleine Anbauflächen in einer Größenordnung von 0,4–2 Hektar.

Ein Drittel der Region ist ein staatlich geschütztes Wildreservat, sodass auf Biodiversität besonders geachtet wird.

FarmerInnen, die Baumwolle auf biologische Art und Weise anbauen, profitieren von Preisen, die über dem Weltmarktpreis angesiedelt sind. Das bedeutet, dass der zu einem bestimmten Zeitpunkt notierte Preis für herkömmliche Baumwolle prozentual, je nach Faserqualität, um 7–15 % erhöht wird. Darüber hinaus profitieren die FarmerInnen von einer Abnahmegarantie für ihre Kontingente und einem Price Premium (Price Differential), das u. a. die Kosten für mögliche Ernteausfälle, Investitionen in Saatgut und die Sicherung der kollektiven Bedürfnisse der Kooperativen-Mitglieder wie Ausgaben bei Schulbildung, Gesundheitswesen und Wohnen sichert.

Die zuständige Regulierungsbehörde TCB (Tanzania Cotton Board) legt einen jährlichen Mindestpreis für Saatbaumwolle fest. Dies bedeutet, dass FarmerInnen zudem eine Preissicherheit für die komplette Saison mit bis zu fünf Ernten haben.

Unter Saatbaumwolle versteht man die rohe, geerntete Baumwolle, bevor sie im nächsten Schritt in der Cotton-Gin entkernt, also von den Samenkapseln getrennt wird.

Durch den Anbau von Fruchtfolgekulturen wie Mungbohnen (Green Gram), Spalterbsen (Yellow Gram), Mais, Hirse, Sonnenblumen oder Erdnüssen sichern sich die FarmerInnen ein zusätzliches Einkommen. Darüber hinaus dient der Anbau dieser Feldfrüchte dazu, den Befall von Schädlingen zu reduzieren, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, die Entnahme von Nährstoffen aus dem Boden zu regulieren sowie Bodenerosion zu vermeiden. Dünge- und Pflanzenschutzmittel werden ebenfalls biologisch aus Kompost, Rinderdung und heimischen Pflanzen wie beispielsweise dem Niembaum gewonnen. So werden z. B. schadstofffreie und gleichzeitig kostengünstige Mischungen aus Samenschrot und Wasser gegen Schadinsekten eingesetzt.

Baumwolle aus Tansania

Wasserverbrauch und Regenzeiten

Baumwolle wird in Tansania auf biologische Art und Weise im kleinbäuerlichen Regenfeldbau ohne künstliche Bewässerung angebaut. Tansania bietet gute Standortbedingungen für den Anbau von Baumwolle, da sich das Land in einer Klimazone mit ausreichendem Regen befindet und Pflanzen somit nicht um Wasser konkurrieren müssen. In langjähriger Tradition, gepaart mit modernen Anbaumethoden, werden die Baumwollpflanzen in eine dicke Humusschicht auf feuchten Boden gepflanzt und sind nach 150–180 Tagen erntereif. Anschließend bietet die Hochebene von Singida mit ihrem trockenen Klima bei Temperaturen um die 30 Grad ideale Bedingungen für die Wachstumsphase. Baumwolle kann bereits in sehr trockenen Klimazonen wachsen, benötigt aber natürlich wie alle Lebewesen zu bestimmten Zeitpunkten Wasser, vor allem in der Wachstumsphase, um gute Erträge erzielen zu können. Die Aussaat erfolgt in November/Dezember.

Wissenswertes: Baumwolle kann in Tansania innerhalb einer Erntesaison bis zu fünfmal gepflückt werden. Ein stabiler und für FarmerInnen attraktiver Baumwollpreis ist in Tansania zudem üblich, denn die großen Anbaugebiete liegen in Regionen, die für politische Wahlen bedeutend sind – sogenannten Swing States.